Nachdem ich meinen Kleinen jetzt regelmäßig auf der Kurzstrecke (nur Stadt) bewege muss ich feststellen, dass er ziemlich viel Öl verbraucht, ca. 1L auf 500 km. Das merkt man aber nicht nur am sinkenden Ölstand, sondern auch extrem am Abgasgeruch (erstaunlicherweise nicht an der Farbe der Abgase - er bläut nicht sichtbar). Nun habe ich mir sagen lassen, dass alte verschlissene Ventilschaftdichtungen daran Schuld sein könnten.
Kann mir jemand sagen, was eine entsprechende Reparatur ungefähr kosten würde? Der Kilometerstand liegt bei 135.000. Ich bin mir einfach nicht sicher ob sich eine Reparatur grundsätzlich lohnt, oder ob ich nur regelmäßig Öl nachfüllen sollte. Es ist ein 76er Automatik mit 1.600 ccm und 75 PS.
Euere Meinungen dazu würde mich sehr interessieren.
Kann auch die Kopfdichtung sein....
Abhilfe: Kompression messen und Druckverlusttest machen.
Hallo,
1 Liter auf 500 km ist schon wirklich sehr viel. Bist du dir sicher, das er es nur verbrennt und nicht irgendwo "verliert"?
ZKD? Wie sieht dein Kühlwasser aus? Steigt der Füllstand an/ ist auf der Oberfläche eine schillernde Schicht?
Wenn sie durchgebrannt ist, sollten bei gut warmgefahrener Maschine im geöffneten Ausgleichsbehälter evtl. zusätzlich noch Blasen aufsteigen.
Mach doch mal folgendes:
Nachdem der Wagen über Nacht stand, sieh nach dem Ölstand und füll bis max auf. Dann fahre mal 200km Autobahn mit mittlerer Geschwindigkeit. 120km/h wäre ein gutes Tempo, da säuft der Automatic auch nicht so viel. Such dir dann irgendwo einen Park/Rastplatz und stell den Motor mal für eine halbe Stunde ab (und geh inzwischen Mittagessen 🙂 ). Dann prüfe erneut den Ölstand. Sind deine VSD total hin, dann bläut er beim anschließenden Wiederanlassen bestimmt recht ordentlich. Weil er richtig warm und das Öl damit dünn ist. In der Stadt wird er nie richtig warm, da siehst du auch keine Rauchwolken. Zumindest am Anfang nicht. Wenn´s schlimmer wird, dann schon.
Zum VSD Tauschen muß die Nockenwelle raus. Zahnriemen& Spannrolle und ALLE Wellendichtringe sollten dann auch gleich gemacht werden, nicht zu vergessen der kleine O-Ring hinter dem Lagerschild der Nebenwelle, welche den Zündverteiler antreibt.
Preislich in der VW-Werkstatt kannst du schon mit 500 Euro rechnen, wenn die die oben erwähnten teile mit austauschen. EINE VSD kostet bei VW um die 6 Euro. Und dein Motor hat schon 8 davon. Der Riemen etwa 35 Euro, die Spannrolle 70 Euro.
Klingt nach viel Geld, ja, aber bei einem Oldtimer sparen? Wenn du immer nur Öl nachfüllst, verkoken die Brennräume irgendwann und du mußt den Motor so oder so aufmachen (lassen). Und wenn der Kopf runter muß, brauchst du ne neue ZKD und neue ZK-Schrauben. Auch nochmal 120 Euro für Material.
Viel Glück.
Gruß, Stefan.
Moin,
1,6L Automatik, toll. So einen hab ich auch 🙂
VSD kannst du auch selber wechseln. Kopf runter, Nockenwelle ab, Tassenstößel raus, Ventilfedern ab, Ventile raus und schon liegen sie frei. Bei der Gelegenheit schleif die Ventile gleich neu ein. Bietet sich ja an. Und wie Stefan schreibt gleich alle Simmeringe tauschen. Die kosten fast nix und sind nach 25 Jahren auch hinüber. Dann hast du komplett ruhe für die nächsten 25 Jahre.
Vorausgesetzt es ist nicht die Zylinderkopfdichtung oder die Kolbenringe.
Kolbenringe kannst du einfach über einen Kompressionstest überprüfen.
Hier mal ein paar Bilder:
Kopf ohne alles:
Also, es lohnt sich mal ein paar Euro zu investieren. Wenn du es allerdings beim Freundlichen machen lässt bist du einiges mehr an Kohle los. Vorausgesetzt die Teiletauscher sind überhaupt noch in der Lage VSDen zu tauschen.....
Gruß
Clas
moin,moin
@ clas
das bezweifel ich das die das noch können,ich war mal beim lichttest
und der gute mann konnte die scheinwerfer nicht einstellen geschweige
den die schalter finden
mfg dennis
Hallo,
die Aussagen von Stefan möchte ich noch um einen Punkt ergänzen. Wenn an der Nebenwelle schon der Dichring gewechselt wird, sollte die Nebenwelle auch gleich auf spielarme und leichtgängige Lagerung überprüft werden. Und es sollte nachgesehen, ob die Lagerhülse noch richtig im Block sitzt und nicht gewandert ist. Das Thema mit der Nebenwellenlagerung gab es hier auch früher schon mal, müsste mit der Suche (jeglichen Datums) einiges zu finden sein.
Gruß
Christian
Hallo,
schimpft nicht so auf die "Freundlichen", habe bei mir erst Schaftabdichtungen gewechselt - ohne Ausbau Zylinderkopf (Aber nach 30 Jahren wäre es auch kein Fehler.) Und wie man beim Golf 1 Licht einschaltet und Scheinwerfer einstellt, weiß ich auch... Es gibt eben durchaus noch einige Betriebe, wo man die "Basics" noch beherrscht. Nur mal so am Rande: Die K-Jetronic bekommen die Lehrlinge seit Jahren nicht mehr in ihrer Ausbildung. Sie wird nur mal erwähnt mit: "gab es früher mal..."
@ Christian (diidaa): Es können auch die Ölabstreifringe so stark verkokt sein (z.B. viel Kurzstrecke), dass sie "klemmen" und nicht mehr richtig abdichten / abstreifen und dann das Öl in den Brennraum pumpen. Hatten wir letztens an einem 9 Jahre alten Skoda Oktvia 1.6.
Tschüss Frank
Hi,
Ich würd im Falle des Falles auch die Ventile neu einschleifen... is aber nicht ohne Rübe ab!!!!
Grundastzfrage an den Fredsteller: Schraubst Du selber bzw kannst das??
Mal nen Tip: Kompressionsmessung nach Vorgabe machen; dann in alle Brennräume nen bissl Öl und nochmal Kompression testen.
Sollte die 2. Messung besser ausfallen, haben die Kolbenringe was, wenns gleich ist die Schaftdichtung.
Dabei setzte ich voraus, dass Kühlwasser schon davor ohne Befund war und das Öl nicht woanders raus läuft 😉
Gruß
Ich habe zwar nicht unbedingt zwei linke Hände, die beschriebenen Arbeiten traue ich mir aber nicht zu. Da muss man einfach realistisch sein. Ich bin aber trotzdem für alle Hinweise dankbar. So kann ich wenigstens der Werkstatt meines Vertrauen erklären, wo (vielleicht) das Problem liegt und was zu tun ist.
Auf jeden Fall werde ich aber bei Gelegenheit den von Stefan beschriebenen Belastungstest durchführen um zu sehen, ob es wirklich an den VSDen liegt.
Schon jetzt vielen Dank an alle, die mir hier ihr Wissen zur Verfügung gestellt haben.
Hallo,
Das mit dem Zutrauen ging mir auch immer so, hab aber dann vieles doch selber gemacht und es war garnicht so schwer wie ich geglaubt hab.
Das machen lassen kostet halt Geld, wenn man aber zum richtigen geht wie bei meinem 79er dann ist die Maschine hinter dicht oder sogar dichter als am ersten Tag.
So, bin gerade mal im Dunklen ein kurzes Stück Autobahn gefahren - und erschrocken. Bei gemächlichem Beschleunigen ist alles ok. Trete ich aber etwas forscher auf´s Gaspedal hülle ich meine Hinterleute in Qualm. Im Dunkeln sieht man das durch die Scheinwerfer der Hinterleute besser. Sobald ich wieder gleichmäßig weiterfahre ist alles wieder gut. Und um das Auto stinkt es tierisch nach verbranntem Öl. Ich werde wohl doch mal in die Werkstatt müssen. Das dann aber erst im Frühjahr.


