Hallo zusammen,
ich habe ein altes Schätzchen von Diagnosegerät geerbt - aber leider ohne Bedienungsanleitung. Hier mal ein
]Photo. Die Verwendung der beiden Klemmen ist selbsterklärend - an Plus und Minus der Batterie angeschlossen kann ich z.B. die Spannung messen. Für mich aber besonders interessant: Wie kann ich Umdrehungszahl und Schließwinkel messen? Ich vermute mal, ich muss die Kontaktschiene (unten rechts im Bild) irgendwo anschließen... Aber wo? Vielleicht hat ja von Euch jemand ein ähnliches Gerät und kann ggf. helfen. Vielen Dank!
Gruß
Carsten
Die Kontaktschiene kommt mir sehr komisch vor...
Generell werden diese Geräte so angeschlossen: Plus und Masse für die Stromversorgung und als Potential für die Signale, Zündsignal vom 1. Zylinder und Klemme 1 der Zündspule.
Das Zündsignal vom 1. Zylinder wird bei alten Geräten durch einen Adapter, der zwischen Zündkabel und Zündkerze eingesetzt wird, bei neueren durch einen Induktivgeber, der außen am Zündkabel angebracht wird, abgenommen.
An Hand des Zündsignals vom ersten Zylinder lässt sich die Drehzahl bestimmen, aus der Kombination der Signale vom 1. Zylinder und Klemme 1 der Zündspule der Schließwinkel.
Die beiden Signal-Kontakte wie mit dieser Schiene kurzzuschließen, macht eigentlich keinen Sinn.
Die unterste Skala sagt mir nichts. Häufig verfügen diese Geräte noch über eine Strobsokop, die das manuelle Messen und Einstellen des Zündzeitpunktes ermöglichen (durch Leuchten in das Schauloch in der Kupplungsglocke und Beobachten der nun scheinbar stillstehenden Markierung auf dem Schwungrad). Vielleicht hängt die damit zusammen.
Modernere Geräte (z. B. VAG 1367) verfügen zusätzlich über einen OT-Geber (der kommt in den Verschluß, der in dem Schauloch in der Kupplungsglocke sitzt, für diejenigen, die sich schon immer über den Stopfen darin gewundert haben 😉 ) und können damit zusätzlich den Zündwinkel bestimmen.
Ein neues Gerät, das den Schließwinkel und die Drehzahl bestimmen kann, gibt's in einfacher Ausführung auch für kleines Geld beim Autoteilehändler oder sogar im Baumarkt.
Grüße, Dirk
Hallo Carsten,
Zuendeinstellgeraete wirken fast alle nach dem selben Prinzip.
Die Kontaktschiene brauchst du nur zur Messung der Ladestrom der Lichtmaschine.
Stecker von der Lichtmaschine ziehen. Kontaktschiene dazwischen anschliessen (rote and schwarze Draht vom Messgeraet angeschlossen lassen wie jetzt abgebildet). Schalter auf "AMP". Motor anlassen und Ladestrom ablesen am Geraet. Achtung! Kontaktschiene darf die Karosserie nicht beruehren koennen! Kurzschlussgefahrt!
Fuer die andere Messungen brauchst du Hoechstwahrscheinlich nur den roten Stecker der momentam an die Kontaktschiene angeschlossen ist.
Roten Stecker am Kontakt 1 der Zuendspuele anschliessen. Schalter auf "links oben" setzen, Motor anlassen und die Drehzahl sollte angezeigt werden muessen. Den Stand "rechts oben" ebenfalls fuer Drehzahl. Meistens sind zwei Messbereiche vorhanden. Einer von 0-1200 oder so (fuer's einstellen der Leerlaufdrehzahl) und eine von 0-maximum.
Die andere zwei bereiche sind fuer Schliesswinkel (Symbol "unterbrecherkontakte") und Zuendwinkelmessung (Symbol "Grad-bogen").
Die Anzeige hatt fuer jeden Messbereich ihre eigene Skala. Beachten das am richtigen Skala abgelesen wird.
Letztes: aeltere Zuendeinstellgeraete arbeiten oft nicht mit Transistorzuendanlagen, nur mit Kontaktgesteuerte Zuendanlagen.
Hoffe dies hilft dir weiter.
Mfg
Erik Meussen
Hallo Dirk,
vielen Dank für Deine Antwort. Also eine Stroboskoplampe ist auch dabei - die habe ich auch schon im Einsatz gehabt. Habe mir eben Gedanken über die Schiene gemacht; vielleicht braucht man die für die Messung der Stromstärke. Da kann ja einiges durchgehen...
Ich schraube die Kontakte einfach mal los und verteile sie auf Spule und 1. Zylinder - bin gespannt was passiert. Damals wurde ja noch Qualität gebaut, so dass ich hoffe, dass das Gerät gegen falsches Anschließen gesichert ist. Klar könnte ich mir ein neues Gerät kaufen, aber der "Koffer" ist schon irgendwie kultig.
Viele Grüße
Carsten
Hallo Erik,
auch Dir vielen Dank für die Antwort. Ich fahre einen GG, also keine Transistorzündung - es sollte funktionieren. Ich probier es morgen mal aus...
Viele Grüße
Carsten
Moin!
In diesem Zusammenhang mal ne Frage an euch:
Ihr kennt doch bei den frühen Gölfen (und anderen VAG-Autos) diesen Diagnosestecker auf dem linken (Fahrtrichtung) Federbeindom.
Wer hat das dazu passende Gerät schonmal gesehen, oder hat gar eines?
Oder wer weiß etwas darüber?
Gruß Stefan
Das müsste das VW 1313 sein. Wie der Stecker belegt ist, kann man den Stromlaufplänen entnehmen. Unter anderem sind Kontakte mit dem Signal von Klemme 1 der Zündspule und dem eingebauten OT-Geber belegt.
Grüße, Dirk
Tja, also das "Köfferchen" ist jetzt auf dem Elektromüll gelandet. War einfach nichts zu machen - habe dann einen Motortester beim Auktionator für 20 EUR ersteigert.
Gruß Carsten