Morgen,
gestern habe ich mich sehr intensiv mit meinem 60PS-Benziner (MKB "GF") befasst, da er einfach nicht mehr sauber laufen will.
Zur Vorgeschichte: wie im Beitrag weiter unten geschrieben, habe ich bereits Zündkerzen und -kabel samt Steckern, Unterbrecher, Verteilerfinger und -kappe, Kondensator erneuert, Verteiler zerlegt und gangbar gemacht, Vergaser komplett neu abgedichtet, wonach das Auto auch eine ganze Saison gut und sparsam gefahren ist.
Dann vor einer Woche bei der ersten Fahrt in diesem Jahr fing er ohne weitere Vorwarnung an, zu ruckeln, als ob er keinen Sprit bekommt, der DZM sprang wild hin und her.
Also auch die letzten Benzinschläuche, welche noch alt waren erneuert und Spritzufuhr kontrolliert:
Pumpe fördert, Pumpennocken ist i.o., Schwimmerkammer voll. Hauptdüse und restliches Düsensystem frei. Absprühen mit Bremsenreiniger brachte keine Veränderung, U-Druck-Leitung zum BKV und Leitung zur KgEntl. (Anschluß Luftfilterseite) wurden dicht gesetzt. Keine Veränderung.
Stecker am Sicherungskasten alle mal abgezogen, nix verbrannt/oxidiert, Sicherungen ebenfalls alle gut, Leerlaufabschaltventil auch ohne Befund. Unterbrecherkontakte ebenfalls unauffällig.
Nachdem es auch der Anlaßschalter nicht sein kann (Zusatz-Voltmeter springt NICHT im Gegensatz zum DZM) und die Geberleitung zum Verteiler neu ist, ebenso ein Massekabel neu von der Batterie direkt zum Verteiler, können es eigentlich nur noch 2 Sachen sein:
-die Zündspule ist defekt und arbeitet nur noch sporadisch
-das Vorwiderstandskabel dorthin ist hinüber. Womit die Probleme anfangen:
Gibt es die Möglichkeit, eine Zündspule, die das Widerstandskabel hat (roter Aufkleber), durch eine ohne notwendigen Vorwiderstand und mit neuer Leitung zu ersetzen? Kann man zum Testen eine von der Transistorzündanlage vom 2er nehmen?
Beim Test mit der Colortune-Glas-Zündkerze war einerseits ein schönes hellblaues Gemisch im Leerlauf zu sehen (Vergasereinstellung also erstmal i.o.), andereseits war bei den Aussetzern beim Höherdrehen zeitweise gar nichts zu sehen, wonach ich auf einen fehlenden Zündfunken schließe, der dann eben auch den DZM springen läßt. Und da das Kabel von der ZS zum DZM geht, spackt der Zeiger dessen dann entsprechend rum, weil kein sauberes Signal kommt.....
Was meinen die Spezialisten?
(so langsam reichts mir mit der Fehlersuche, wenn´s wenigstens ein 70PS wäre, dann würde unter der Haube schon längst ein Dieselmotor treu seinen Dienst tun 🙂 )
Grüße,
Stefan.
Hallo an alle, die diesen Beitrag nach der langen Zeit noch lesen 🙂 .
Nach wochenlanger Pause durch andere wichtige Sachen, habe ich den Wagen am letzten Donnerstag nun wieder zum Laufen gebracht.
Da er trotz aller unermüdlichen bisherigen Fehlersuche nicht mehr richtig laufen wollte, habe ich es wie oben angekündigt gemacht: ein Spritglas mit entsprechenden Leitungen an den kleinen Benzinkreislauf um Vergaser und Benzinpumpe herum angeschlossen und mal den Anlasser orgeln lassen.
Die Pumpe saugte sofort Sprit an und die Schwimmerkammer, welche zuvor abgelassen und mit einem Füllstandsanzeiger versehen wurde (durchsichtiger Schlauch mit Verschraubung an der Ablasschraube), füllte sich bis auf 1,5cm unterhalb der Dichtfläche und dann nicht weiter. Also: Benzinkreislauf funktioniert, Schwimmer- und nadelventil arbeiten, Pumpe auch.
Das Leerlauf-Abschaltventil wurde ebenfalls blindgestopft, so das auch dieser möglich Fehler ausschied. Aber: immer noch keine Besserung.
Da der Motor auf höheren Drehzahlen zwar lief, aber trotz richtiger Einstellung aller Vergaserschrauben keinen Leerlauf zustande brachte, konnte es nur noch eines sein:
DER NEUE KONDENSATOR.
Und so war es auch: nach dem Einbau eines uralten Gebrauchtteiles, lief er nach dem ersten Schlüsseldreh, als ob es nie anders gewesen wäre.
Nachdem er warm gelaufen war, prüfte ich mit der Colourtune-Zündkerze das Flammbild:
im Leerlauf bläulich, beim Gasgeben kurz ins gelb wechselnd und beim Halten der erhöhten Drehzahl wieder ins bläuliche wechselnd. Das heißt also: Vergasereinstellung stimmt, da das kurze Umschlagen ins Gelbe beim Gasgeben nur auf die arbeitende Beschleunigerpumpe zurückzuführen ist.
Dann wurden die ganzen zur Prüfung kurzgeschlossenen Sachen wieder normal angeschlossen, auch die alte Originalzündspule wurde wieder montiert, der Tank mit 20 Liter frischem Sprit befüllt.
Danach folgte die erste Probefahrt seit Wochen:
er läuft wieder normal, und das nicht schlecht.
Ein Gutes hatte die ganze Sache: nun weis ich auch beim Vergasermotor, wo was und wie zu machen ist und die infrage kommenden Fehlerquellen wurden noch nie so umfassend durchgeprüft.
Leider hat sich aber auch ein seit langem bekanntes Problem gezeigt: Neuteile, egal von welchem Hersteller, sind nicht immer eine Garantie für sorgenfreies Fahren.
Ich möchte allen, die mitgewirkt haben mit ihren Ideen und Tips, danken, und hoffe das mein Lehrgeld auch anderen eine Hilfe sein wird, die vor einem ähnlichen Problem stehen.
Beste Grüße, Stefan.
Hallo Stefan, hallo an Euch alle!
Hoffe es geht Euch allen gut!!
Ich konnte zwar zur Hilfe "nüscht" beitragen,wa danke aber für uns alle für Deinen "Abschlußbericht" und die ausführliche Beschreibung als Hilfe für alle.
Bis spätestens im July!
vlg gen Süden an alle
Jan Philipp