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30 Jahre GOLF GTI, Rhein-Zeitung 13.06.2006

(@gti80)
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Einzigartig aber nicht der Einzige: Der Golf GTI

Wolfs­bur­g/Rüs­sels­heim - Ein kleines Auto mit 110 PS und der Bezeich­nung GTI: das wäre heute nichts Beson­deres.

Vor 30 Jahren jedoch wurde der erste Golf GTI zum Stamm­vater einer Reihe kom­pak­ter Modelle mit sport­lichem Cha­rak­ter.

Dass sich die Idee derart durchsetzt , hatte kaum jemand geglaubt. Das Prinzip GTI war zunächst nur eine Art Schnaps­idee - ein gewis­ser Alfons Löwen­berg soll es als erster gewagt haben, dem 1974 erschie­nenen Golf mit einem 100 PS starken Motor Beine zu machen. Das Projekt nahm Form an, als man auf die Idee kam, einen Motor aus dem Audi 80 GTE unter die Front­haube des Golf zu ver­pflan­zen. Während die Besit­zer der durch­schnitt­lichen Opel Rekord und Ford Granada stolz waren, wenn der Tacho 160 anzeigte, war im GTI erst bei mehr als 180 Stun­den­kilo­metern Schluss. Trotz­dem glaub­ten auch die Verant­wort­lichen nicht an einen Erfolg im Mas­sen­geschäft.

Bereits 1973 hatte man bei Ford die erste Gene­ration des Escort in ein betont sport­liches Fahr­zeug ver­wan­delt. Das trug die Bezeich­nung RS2000 und wurde auf Fotos gern in „Kriegs­bema­lung” vor­gestellt - mit weißem Lack und blauen Strei­fen. Der Inhalt des Sport­pake­tes bestand aus einem Zwei­liter-Motor mit statt­lichen 100 PS.

Daneben kamen weitere Kniffe zum Ein­satz: Das Fahr­werk wurde auf­gewer­tet, die Karos­serie tiefer­gelegt. Dazu gab es noch ver­brei­terte Kot­flü­gel und schicke Felgen. Ford machte bei der zweiten Escort-Gene­ration weiter und bot ab 1975 den nächs­ten RS2000 an, diesmal mit 110 PS - ein Jahr vor Ein­führung des Golf GTI.

Opel hatte eben­falls vor Volks­wagen den Sport ent­deckt, und das sogar mit drei sehr ähn­lichen Buch­sta­ben gekenn­zeich­net. Das GT/E prangte schon am Heck der Top­ver­sion des 1970 ein­geführ­ten Manta A. Der war aller­dings schon durch seine Karos­serie­form als eher sport­liches Coupé gekenn­zeich­net. 1975 hielt das Kürzel auch Einzug in die Kom­pakt­klasse: In jenem Jahr erschien laut Opel in Rüs­sels­heim der Kadett C GT/E. Unter dessen Haube arbei­tete ein 1,9-Liter-Motor mit 105 PS, für die ent­spre­chende Optik sorgte die Kom­bina­tion der Lack­far­ben Schwarz und Gelb.

Während Autos wie ein RS2000 oder der Kadett GT/E schon optisch ihre Sport­lich­keit zeig­ten, hatte man bei BMW einige Jahre zuvor das Thema GTI auf andere Art vorweg genom­men. Dort gab es mit der so genann­ten 02-Bau­reihe seit 1966 eine kräf­tige und kom­pakte Limou­sine. 1971 schließ­lich wurde die Bau­reihe durch das Modell touring ergänzt, das im Grunde dem kom­men­den Golf recht ähnlich war. Für ordent­liche Fahr­leis­tun­gen sorgten auf Wunsch Motoren mit bis zu 130 PS.

Doch all diese Autos wurden nicht zur Mas­sen­ware. Der Golf GTI dagegen erschien zur rechten Zeit und vermied Fehler wie eine zu dick auf­getra­gene Sport­lich­keit. Als die ersten Fahr­zeuge Mitte 1976 zu den Händ­lern kamen, waren sie prak­tisch schon aus­ver­kauft, mitt­ler­weile denken laut Volks­wagen 90 Prozent der Europäer bei der Buch­sta­ben-Kom­bina­tion GTI an den Golf.

Der unerwartete Erfolg rief die Kon­kur­renz auf den Plan. 1977 kam sogar Citroën auf die Idee, eine sport­liche Aus­führung der noblen Limou­sine CX mit der Bezeich­nung 2400 GTi auf den Markt zu brin­gen. Andere dagegen schmoll­ten und rührten lieber in ihrem eigenen Buch­sta­ben­salat. Opel ersetzte GT/E durch GSi. Ford peppte den Fiesta als XR2 und den Escort als XR3 sport­lich auf. Von Heiko Haupt, dpa

dpa-infocom



   
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